Mein Weg zum Speaker:

Plötzlich blind - mit 16!

Ich hatte keine Wahl, ich musste mit dieser Veränderung klar kommen.
Von einer Minute auf die andere.

Aber ich hatte die Wahl, WIE ich mit dieser Veränderung umgehen wollte.

Und dieses Wissen, wie man mit ungewollten, von außen beeinflussten Veränderungen umgeht,
und sie ins Positive wandelt - dieses Wissen teile ich.

Hier ist meine Geschichte.

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Der Moment der alles verändert hat.

Am 27. Juli 1981 verlor ich innerhalb von 30 Minuten fast vollständig mein Sehvermögen. Mitten im Trubel der Haupteinkaufsstraße in Stuttgart. Umgeben von Fremden. Umgeben von Sonne. Doch für mich, brach Dunkelheit herein.

Bis zu diesem Tag hatte ich noch etwa 15 Prozent Sehkraft – genug, um zu lesen, zu schreiben und mich ohne Hilfsmittel zu orientieren. Und zur Schule zu gehen.

An diesem Sommertag veränderte sich mein Leben radikal. Farben verschwammen, der Himmel wurde grau, und innerhalb kürzester Zeit legte sich ein dichter Schleier über mein Sehen. Ich war vollständig erblindet.

Angst? Panik? 

Nicht sofort.


„Mein Gehirn begann sofort, sich neu zu organisieren
– meine Psyche brauchte Zeit.“


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Veränderung beginnt im Inneren: wenn das Gehirn schneller ist als die Psyche.

Ich schaffte es nach Hause, ich weiß heute nur nicht mehr wie. Ich stolperte den Weg zurück zum Hauptbahnhof. Achtete darauf wo ich Menschen hörte, was sie sagten, erahnte die Ansagen an den U-Bahnsteigen, und hörte so gut zu wie nur möglich.
Tastend, hörend, schaffte ich es nach Hause.

„Ich hätte genügend Passanten ansprechen können und um Hilfe bitten können. Dies habe ich nicht getan, weil ich wirklich in einer stummen Panik war und mich nur darauf konzentriert habe: Wie komme ich jetzt wieder zurück? Wie komme ich zur U-Bahn?“

Rückblickend wurde mir bewusst, wie schnell unser Gehirn beginnt, sich neu zu organisieren, wenn es erforderlich ist.
Mein visuelles Wahrnehmen wurde fast augenblicklich durch Hören und Fühlen ergänzt. Die Umformung, die Umprogrammierung (Neuroplastizität) meines Gehirns hatte bereits begonnen. Binnen Minuten.

Meine Psyche brauchte etwas länger.

Change Management mit 16: vom Schüler zum blinden Schüler

Ich musste alles neu lernen.
Alles.
Sich in der Wohnung wieder zurecht zu finden.
Den richtigen Joghurt aus dem Kühlschrank zu nehmen.
Milch und Sahne nicht zu verwechseln.
Lesen. Schreiben.
Mit dem Blindenstock gehen.
Wieder frei zu sein.

16 Jahre alt zu sein und alleine in die Stadt fahren zu können.
Alles was ich schon einmal konnte, musste wieder erlernt werden.

Ohne Handy, ohne Smartphone, ohne KI und Screenreader. Alles völlig analog.

Und ich würde alle hier belügen (auch mich selbst), wenn ich behaupten würde, dass es ein Spaziergang war.


„Mit 16 Jahren blind zu werden, hat mir weite Teile meiner Jugendzeit ein Stück weit genommen.“


4 Wochen nach der Erblindung: ein Traum. DER TRAUM.

„Etwa vier Wochen nach meiner Erblindung hatte ich einen Traum, in dem ich aus einem Hochhaus gesprungen bin.
Aus dem elften Stock, mitten in der Nacht.
Von dort aus flog ich immer schneller nach unten, die Luft wurde kalt und immer kälter.
Ich habe in diesem Traum gesehen, wie ich nach links abgetriftet bin, da flogen so immer schneller die seitlich angebrachten Balkone an mir vorbei.
An einem dieser Balkone bin ich dann mit dem Kopf letztlich aufgeschlagen – im Traum – und bin dann sofort aufgewacht."
Thomas Reinert als blinder Keynote Speaker auf der Bühne
Der Sprung aus dem Hochhaus

Ich stehe am Fenster eines Hochhauses - im elften Stock. Mitten in der Nacht. Soll ich wirklich springen?

Implusvorträge von Thomas Reinert geben Impulse zur Veränderungskompetenz
Der freie Fall

Ich bin gesprungen. Die Luft wird kalt, kälter, eiskalt. Ich drifte nach links - vorsicht das sind Balkone! Autsch! Jetzt bin ich wach.

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Du kommst ja nicht mal unten an.

Am nächsten Morgen die Erkenntnis: wenn Du springst, dann kommst Du ja nicht mal unten an!

Und die Erkenntnis


Als ich jeden Traum rekapitulierte, wurde mir bewusst, dass ich überhaupt nicht unten angekommen bin.
Dass ich mir nie bewusst nicht die Frage gestellt habe: 

Will ich überhaupt weiterleben?
Mein Unterbewusstsein hatte sich aber sehr wohl, direkt nach meiner Erblindung mit dieser essentiellen Frage auseinandergesetzt.

Und dieser Traum hat mir die klare Antwort, die klare Botschaft geliefert:


"Springe nicht aus dem Leben - Springe ins Leben!"


Und das habe ich dann gemacht.

Phase 2: Mut, Unterstützung und Selbstwirksamkeit.

In der ersten Phase nach meiner Erblindung war meine Familie mein wichtigster Anker.
Ebenso Lehrer, Mitschüler und Menschen, die mir signalisierten: Du bist nicht allein.

Schritt für Schritt gewann ich Selbstwirksamkeit zurück – durch Lernen, Mobilität, Ausbildung und Verantwortung für mein eigenes Leben.

Diese Erfahrung ist ein zentrales Element meiner heutigen Arbeit:
Veränderung gelingt, wenn Menschen wieder erleben, dass ihr Handeln Wirkung hat.

Vom persönlichen Prozess zur Methodik.
Vom Engpass zur Begeisterung.

Nein, ich bin nicht begeistert darüber, blind zu sein. Aber ich bin begeistert darüber, wie es mir gelungen ist diesen Engpass zu überwinden und meinen eigenen Lebensweg selbstverantwortlich zu gehen.

Aus meinem eigenen Lebensweg habe ich über viele Jahre eine klare Methodik entwickelt, die beschreibt, wie Menschen Krisen, Engpässe und Veränderungen bewältigen können – ohne daran zu zerbrechen.

Diese Methodik (Der TR-Veränderungsstern) bildet heute die Grundlage meiner Keynotes, Workshops und Coachings.
Sie hilft, Orientierung zu schaffen, Verantwortung zu übernehmen und Veränderung aktiv zu gestalten.

Nicht alles gehört auf eine Webseite – aber alles beginnt mit Vertrauen.

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Meine Einladung an Sie

Ich stehe nicht auf der Bühne, um Antworten vorzugeben.
Ich stehe dort, um Räume zu öffnen – für neue Sichtweisen, für Mut und für echte Veränderungsbereitschaft.

Wenn meine Geschichte eines zeigt, dann dies:
Veränderung ist kein Verlust an Sicherheit – sondern eine Chance auf Stimmigkeit.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Veränderung in Ihrem Unternehmen gelingen kann, lade ich Sie ein, mit mir ins Gespräch zu kommen.

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